Für Montserrat Pons i Boscana sind Feigen sein Leben und seine Leidenschaft. Das kann man anhand seines Projekts in Son Mut Nou hautnah erleben. Es ist die größte Experimentierfarm der Welt für Feigenkultur und liegt in der Gemeinde Llucmajor.

Seine Passion für diese Baumart wurde durch seinen Beruf erweckt: Er ist gelernter Pharmazeut und Apotheker mit Schwerpunkt Botanik. Die Initialzündung ging jedoch von seinem Freund Josep Sacarès i Mulet aus, der auf seinem mallorquinischen Landgut Míner eine Sammlung von 40 autochthonen mallorquinischen Feigensorten hatte.

Feigenbäume werden überall im Mittelmeerraum kultiviert, man findet sie aber auch in vielen anderen Ländern der Welt. In Son Mut Nou gedeihen mehr als 3.000 Feigenbäume und 1.324 Feigensorten aus 64 verschiedenen Ländern, von Thailand über China bis hin zu Südafrika und Kanada. Zudem sind auf der Plantage dank der unermüdlichen Anstrengungen von Montserrat Pons auch 260 Feigensorten der Balearen zu Hause – einige davon rettete er vor dem Aussterben, denn durch die Landflucht und den Tourismusboom waren viele Ländereien verwaist.

Ein geschichtsträchtiger Baum

Das Projekt von Son Mut Nou entstand im Jahr 1995. Dank dieser Initiative trug Montserrat Pons die Balearen in die Welt hinaus, denn er nahm an allen internationalen Kongressen teil, die alle zwei Jahre stattfinden – der letzte war 2019 in Kroatien. Montserrat Pons erklärt, dass der Feigenbaum ein Identitätssymbol für die Mallorquiner ist, ein großzügiger Baum, der trotz der trockenen Erde Mallorcas immer wunderbare Früchte hervorgebracht hat.

In Son Mut Nou gibt es Feigenbäume mit Geschichte, wie beispielsweise jener aus Olympia – genauer gesagt stammt er von einem über tausend Jahre alten Feigenbaum des Klosters, in dem die olympischen Athleten ernährt wurden, bevor sie in den Wettkampf gingen. „Außerdem haben wir einige Feigenbäume, die Poeten wie beispielsweise Rosalia de Castro, Maria Antònia Salvà, Miguel Hernández, Antonio Machado oder Pons Ponç als Inspiration dienten“, erklärt uns der Feigenspezialist. Der Baum ist auch Teil der klassischen Mythologie, denn von Feigen ernährten sich die Götter des Olymps, und der Bibel nach bedeckten Adam und Eva ihre Scham vor Gott mit einem Feigenblatt.

In Son Mut Nou gibt es Feigenbäume mit Geschichte, wie beispielsweise jener aus Olympia – genauer gesagt stammt er von einem über tausend Jahre alten Feigenbaum des Klosters, in dem die olympischen Athleten ernährt wurden, bevor sie in den Wettkampf gingen.

Besichtigungen für Gruppen

Son Mut Nou ist das ganze Jahr über geöffnet, aber am meisten lohnt sich der Besuch von Anfang Mai bis Ende September. Man lernt auf der Finca einen Baum näher kennen, der über rein ernährungstechnische Aspekte hinaus eng mit der Entwicklung der Menschheit verbunden ist. Außerdem bekommt man einen tieferen Einblick in die Kultur und Identität der Mallorquiner. Die geführten Besichtigungen werden mit Gruppen von mindestens 20 Personen durchgeführt. Danach erhält man eine Verköstigung von Produkten, die in Son Mut hergestellt werden, wie beispielsweise Marmelade, Chutneys, Essig, arrop (Süßspeise aus Valencia), Wein, Kaffee und Tee – alles aus den Feigen der Plantage gefertigt. Zudem gibt es typisch mallorquinische Spezialitäten wie pa de figa (Feigenbrot), figat menorquín (Feigenmarmelade) und Trockenfeigen. „Wer möchte, kann hier auf der Finca auch einfach spazieren gehen – das kostet natürlich nichts“, erklärt Pons, „am liebsten ist uns das dienstags, donnerstags oder samstags.“ Die geführten Besuche sind wichtig für den Erhalt der Plantage, die sich einerseits durch den Verkauf der Feigen-, Getreide- und Mandelprodukte finanziert sowie andererseits von der Regierung der Balearen Unterstützung über das von der Regierung ins Leben gerufene Institut für Forschung und Bildung im Bereich Landwirtschaft und Fischerei erhält.

Wichtige Informationen:

Son Mut Nou
Camí de sa Torre, km 3,200 (Abzweigung Camí des Palmer). Llucmajor. Mallorca
646 63 32 59
Die besten Besuchstage sind: Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Preis für Gruppenbesichtigungen mit Verköstigung: 5 Euro/Person

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